17. Februar 2025
Abiturvorbereitung einmal anders: Der Theaterbesuch des Deutschkurses Jahrgangsstufe 13
Am Montag, den 10. Februar 2025, besuchte der Deutsch-Leistungskurs des Jahrgangs 13 (E-13.5) bestehend aus 17 Schülerinnen und Schülern der Beruflichen Gymnasien Wirtschaft und Technik, unter der Leitung von Frau Birgitt Sudendey, den Konzert- und Theatersaal in Nordhorn.

Die Inszenierung von „Der ewige Spießer“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Ödön von Horváth, bot den Schülerinnen und Schülern eine hervorragende Gelegenheit, sich mit einem Werk auseinanderzusetzen, das Teil der Pflichtlektüre für das schriftliche Deutsch-Abitur im Frühjahr 2025 ist und aktuelle gesellschaftliche Themen behandelt.
Das Stück spielt im München des Jahres 1929, inmitten der Weltwirtschaftskrise, und schildert in satirischen Skizzen das Leben verschiedener Charaktere, die den Typus des „Spießers“ verkörpern – angepasst und egoistisch. Zu diesen Figuren gehören Alfons Kobler, ein nicht gerade sympathischer Autoverkäufer, der sein ergaunertes Geld in eine Reise nach Barcelona investiert, um sich dort eine reiche Frau zu angeln; Anna Pollinger, eine arbeitslose Näherin und ehemalige Geliebte Koblers, die sich entschließt, für Liebesdienste bezahlen zu lassen; sowie der arbeitslose Josef Reithofer, der trotz seiner Mängel Gutes tun möchte. Gemeinsam kämpfen sie ums Überleben in einer Welt, in der Menschlichkeit oft hinter Profitgier und Erfolgswahn zurücktritt.
Horváths 1930 veröffentlichter Roman zeigt mit viel Ironie und Scharfsinn, wie Menschen in Krisenzeiten versuchen, sich durchzuwurschteln. Er erzählt keine durchgängige Geschichte, sondern reiht lose verbundene Schicksale aneinander. Die Inszenierung durch das Theater für Niedersachsen Hildesheim unter der Regie von Michael Stacheder behält dieses Prinzip bei. Der gesamte Beziehungsreigen verdeutlicht, wie die Menschen sich immer nur um sich selbst drehen, ähnlich wie das Bühnenbild, das die Schülerinnen und Schüler begeisterte: ein rotierender Glaskasten, der zu den wechselnden Handlungsorten wird und die verlorenen Menschen einsammelt und wieder ausspeit.
Alle sieben Ensemblemitglieder schlüpften in unterschiedlichste Rollen und erweckten die Charaktere mit viel Leidenschaft durch ihre schauspielerische Leistung sowie durch schrille Kostüme und die kreative Visualisierung verzweifelter Laszivität zum Leben. Die Schülerinnen und Schüler fanden die Umsetzung des komplexen Romans in ein Bühnenstück herausfordernd und waren der Meinung, dass dies nicht immer ganz gelungen sei, was jedoch zu anregenden Diskussionen führte.
Insgesamt war der Theaterbesuch für die Schülerinnen und Schüler eine bereichernde Erfahrung, die nicht nur zur Abiturvorbereitung beiträgt, sondern auch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen fördert. „Der ewige Spießer“ bleibt ein zeitloses Werk, das auch in der heutigen Zeit relevante Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.
